Freitag

Eröffnung: Begrüßung und Großgruppenimprovisation

Freitag, 06.05.2016 10:00 - 10:45 Uhr

Andreas Blase

Begrüßung durch den DVG-Vorstand sowie eine Großgruppenimprovisation mit Andreas Blase: „Leben, Dialog & Wandlung zwischen Enge & Weite“

Vortrag 1: "Timeless Experience"

Freitag, 06.05.2016 11:00 - 12:00 Uhr

„Timeless Experience“: Laura Perls‘ unveröffentlichte Notizbücher

Dr. Nancy Amendt-Lyon

Aus Laura Perls‘ bisher unveröffentlichten Notizbüchern und anderen literarischen Texten wie Kurzgeschichten, Gedichten, Tagebucheintragungen, Briefen und Notizen für gestalttherapeutische Texte aus den Jahren 1946-1976 stelle ich zur Zeit eine Publikation in englischer Sprache zusammen.

Ich gehe der Frage nach, welche Autoren, Künstler und Wissenschaftler haben diese humanistisch äußerst gebildete Gestaltpsychologin und Gestalttherapeutin angeregt und Resonanz geboten? Die Figur „Laura“, die sich aus diesem kulturellen und wissenschaftlichen Hintergrund herausbildete, gewinnt somit eine facettenreichere, lebhaftere Bedeutung.

Vortrag 2: Gestalttherapeutische Supervision und Coaching

Freitag, 06.05.2016 12:15 - 13:15 Uhr

Gestalttherapeutische Supervision und Coaching –
Ein Beitrag zur Humanisierung der Arbeitswelt

Dr. rer. soc. Albrecht Boeckh

In einer Arbeits- und Lebenswelt, die unter dem Druck von Konkurrenz und Gewinnmaximierung steht und in der Burnout nicht nur Einzelne, sondern auch Teams und Organisationen als Ganze betreffen kann, achten gestalttherapeutische Supervision und Coaching besonders auf die Anerkennung der Fähigkeiten und Bedürfnisse jeder einzelnen Person und auf die Qualität der Beziehung innerhalb von Teams und Organisationen. So tragen sie zur Salutogenese bei MitarbeiterInnen und all den Menschen bei, für welche diese Verantwortung tragen. Die vielfältigen experimentellen Methoden der Gestalttherapie können dabei helfen, die Prozesse der Supervision oder des Coaching lebendig und effektiv zu gestalten.

Vortrag 3: Auswirkungen veränderter ökonom. & administr. Rahmenbedingungen

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 15:30 Uhr

Auswirkungen veränderter ökonomischer und administrativer Rahmenbedingungen auf die Betreuung von chronisch psychisch erkrankten Menschen

Die Betreuung chronisch psychisch kranker Menschen hat – ausgelöst durch die Psychiatrie-Enquete 1975 – gravierende Veränderungen erfahren. Die Langzeitverwahrung in den Psychiatrischen Kliniken unter menschenunwürdigen Umständen wurde von Sozialpsychiatrischen Zentren, Wohnheimen und ambulant betreutem Wohnen abgelöst. Für diese Einrichtungen entwickeln sich ökonomische und administrative Strukturen, die von Mitarbeitenden als Belastung erfahren werden.

Werden die in der Enquete geforderten humanen Grundbedürfnisse berücksichtigt?

Gehen Qualitätssicherungsmaßnahmen auf Kosten der therapeutischen Qualität?

Haben sich mit den Veränderungen das Menschenbild und die Vorstellung von Hilfe geändert?

Gibt es durch Hilfepläne einen Druck hin zur zielgerichteten Veränderung zu Ungunsten eines Reifeprozesses?

Vortrag 4: Die spirituelle Ebene und Gestalt

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 15:30 Uhr

Die spirituelle Ebene und Gestalt

Hans-Josef Hohmann

Die Bewusstseinspsychologie versucht nachvollziehbare Kriterien zur Verfügung zu stellen, die anzeigen, wie sich spirituelle Grundeinstellungen der Klienten entschlüsseln und für den therapeutischen Prozess nutzen lassen können. Das jeweilige Bewusstseinsareal scheint nicht nur die Wahrnehmung, sondern in Folge auch die mögliche Lösungsfindung zu kanalisieren. Dadurch entstehen Invarianzen bei der Gestaltschließung oder auch Sackgassen. Das soll in einigen Spots deutlich werden.

Ergänzend hierzu:
WS11 - Arbeiten mit den Bewusstseinsarealen Samstag, 07.07.2015, 14.30 - 16.30 Uhr
Eine Teilnahme am Workshop WS11 macht mehr Sinn, wenn zuvor der Vortrag gehört wurde.

Workshop 1: Die Gestalttherapie im Kontext der AGHPT

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 16:30 Uhr

Die Gestalttherapie im Kontext der AGHPT

Die Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie hat sich u.a. zum Ziel gesetzt, Tagungen und Kongresse durchzuführen, Curricula für Fort- Aus- und Weiterbildung zu entwickeln und sich für die berufs- sowie sozialrechtliche Anerkennung der Humanistischen Psychotherapie zu engagieren.

In diesem Workshop werden Informationen zum gegenwärtigen Stand vermittelt. Es wird Raum für Diskussionen angeboten, insbesondere vor dem Hintergrund der Fragestellung, inwiefern die Gestalttherapie in eine Identitätskrise gerät oder durch das Zusammenwirken mit anderen humanistischen Schulen ihre Potentiale erweitern kann.

Workshop 2: Gestalttherapeutische Supervision und Coaching

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 16:30 Uhr

Gestalttherapeutische Supervision und Coaching –
Ein Beitrag zur Humanisierung der Arbeitswelt

Dr. rer. soc. Albrecht Boeckh

Praktische Einführung in gestalttherapeutische Supervision und Coaching.

Bearbeitung von Anliegen von TeilnehmerInnen mit Reflexion der verwendeten Methoden.

Ergänzend hierzu:
V2 - Gestalttherapeutische Supervision und Coaching – Ein Beitrag zur Humanisierung der Arbeitswelt
Freitag, 06. Mai 2016, 12.15 - 13.15 Uhr

Workshop 3: Verändern oder verändert werden

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 16:30 Uhr

Verändern oder verändert werden -
Ein Soziodramatisches Gruppenexperiment

Rolf Heinzmann

Der Workshop ermöglicht den Teilnehmern eine erlebnisorientierte
Auseinandersetzung mit dem Thema Veränderung. Die Teilnehmer/innen begegnen sich in unterschiedlichen Konstellationen wie Diaden, Triaden usw. zu Rollenspielen und gehen mit ihren Vorstellungen von Veränderung in Interaktion.

Von der Leitung des Workshops werden dazu verschiedene Kontexte definiert, die den Rahmen für die Rollenspiele abgeben. Ziel dieses Workshops ist es, eigene Einstellungen zu Veränderungen erfahrbar zu machen und mit neuen Einstellungen zu experimentieren.

Workshop 4: „Häschen und Denker“

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 16:30 Uhr

„Häschen und Denker“ – Reaktionsbildung aus traumatherapeutischer Sicht

Dorit Lorenz-Heinrich

Traumatische Erfahrungen führen zu Flucht, Angriff, Starre oder Todstellreflex. Erkenntnisse aus Gehirnforschung und Traumatherapie können unseren Begriff von Reaktionsbildung wandeln und vervollständigen, so dass wir bei dieser Art der Kontaktunterbrechung gezielter intervenieren können.

Im Workshop wird das Konzept der Reaktionsbildung als Dissoziation aus traumatherapeutischer Sicht erläutert. Dazu wird das gehirnphysiologische Modell von „Häschen und Denker“ dargestellt. Einfache Übungen sollen zeigen, wie Menschen im Moment der Dissoziation in ein kontaktvolles Hier und Jetzt zurück gebracht werden können.

Workshop 5: Gesundheits(für)sorge

Freitag, 06.05.2016 14:30 - 16:30 Uhr

„Gesundheits(für)sorge – Ausdruck einer gelungenen ICH-Beziehung!?“

Claudia M. Feller

Unsere Gesellschaft scheint in einem sich selbst verstärkenden Strudel von immer noch „schneller, höher, weiter, mehr …“ gefangen zu sein. Unsere Klient/innen, aber auch wir als Berater/innen und Therapeut/innen, erleben häufig ein Gefühl der Ohnmacht und gewinnen zunehmend den Eindruck, sich dieser Beschleunigungsfalle kaum entziehen zu können. Gleichzeitig sind wir als Experten und Expertinnen gefragt, eine Haltung und eine Antwort darauf zu finden – in Achtsamkeit und Bewusstheit. Wie kann es gelingen, eine Form von Verantwortung zu übernehmen, die in einer gelungenen ICH-Beziehung zum Ausdruck gebracht wird?

Vortrag 5: Zeiten des Wandels, der Beschleunigung oder des Schwirrens?!

Freitag, 06.05.2016 15:45 - 16:45 Uhr

Zeiten des Wandels, der Beschleunigung oder des Schwirrens?!

Dr. med. Corinna Falk

Was heißt eigentlich steigende Informationsflut und Arbeitsverdichtung? Aus welcher inneren Not heraus haben wir uns denn diese gesellschaftliche Kultur geschaffen, die uns ständig zu überfordern droht? Welcher Kontakt-Rückzugs-Rhythmus ist da aus den Fugen geraten, so dass wir die Gestalten nicht mehr sinnvoll schließen, die Berührung unserer Wunden vermeiden und so vielleicht das Wunder verpassen? Wir lassen uns nicht mehr ein und verlieren unsere Gelassenheit. Wir entziehen uns, geben unser eigenleibliches Spüren auf und verlieren unseren Schwerkraftpunkt, der die Dinge noch zu ordnen vermöchte. Solche und weitere Fragen möchte ich gerne bewegen und dabei die Tiefe eines leib- und achtsamkeitsbasierten Konzeptes ausloten, das Gestalten noch zu schließen vermag.

Vortrag 6: Zeiten des Wandels - Auch in der Theorie des Gestaltansatzes?

Freitag, 06.05.2016 15:45 - 16:45 Uhr

Zeiten des Wandels - Auch in der Theorie des Gestaltansatzes?

Friedhelm Matthies

Die Gründer haben uns eine Vielzahl von Inseln im Meer theoretischer Erkenntnisse hinterlassen, die allerdings auch theoretische Unschärfen, Lücken und Ungereimtheiten beinhalten. Dürfen wir sie ergänzen? Welche neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse dürfen Einfluss haben? Was ist zu tun, damit das grundlegende gestalttherapeutische Denken, wie z.B. Ganzheit und subjektives Erleben in einer Welt von Reduktionismus und Objektivierung, nicht verloren geht? Der Philosoph Hermann Schmitz wendet sich mit seiner Neuen Phänomenologie gegen diesen Trend und bietet mit seinen Beschreibungen der subjektiven Tatsachen, der leiblichen Kommunikation und dem Situationskonzept eine phänomenologische Fundierung und Ergänzung des Gestaltansatzes.

Ergänzend hierzu:
WS10 - Zeiten des Wandels – Auch in der Theorie des Gestaltansatzes?
Samstag, 07.05.2016, 11.15 - 13.15 Uhr

Podiumsgespräch: Gesundheit und Lebensqualität

Freitag, 06.05.2016 17:00 - 18:30 Uhr

Gesundheit und Lebensqualität – Gestalttherapie in Zeiten des Wandelns

Das Tagungsthema Gesundheit und Lebensqualität unter gewandelten Vorzeichen wird mit namhaften Vertreter/innen der Gestalttherapie erforscht und hinterfragt.

Die PodiumsteilnehmerInnen diskutieren über mögliche Antworten auf z.B. Konkurrenzdruck und Gewinnmaximierung, die Bedeutung der Selbst-Für-Sorge, die verstärkte Beachtung der Bedürfnisse einzelner und die Qualität der Beziehungen in Teams und Organisationen. Und welche Anregungen finden wir zu diesen Thema bei den Begründern der Gestalttherapie?

Diskutant/in
Dr. Nancy Amendt-Lyon
Dr. rer. soc Alfred Boeckh
Prof. Dr. Willi Butollo
Dr. med. Victor Chu
Claudia Feller

Moderation
Dr. Hella Gephart
Dipl.-Psych., Gestalttherapeutin (DVG), Trainerin für Gruppendynamik (DAGG/DGGO); tätig in eigener psychotherapeutischer Praxis sowie als Trainerin im Profit- und sozialen Bereich; in Supervision, Coaching, Teamentwicklung.
Kontakt: hella.gephart@daeumling-institut.de

Lesung: Psychologie und „Macken“ von Therapeuten

Freitag, 06.05.2016 20:00 - 21:30 Uhr

Psychologie und „Macken“ von Therapeuten

Dietrich Wagner

Skurrile Geschichten, nicht nur aus der Provinz. Die Protagonisten pflegen ihr „Heldentum des Alltags“, das immer wieder liebenswerte und gelegentlich auch merkwürdige Blüten treibt. Der Erzähler schlüpft in die verschiedenen Rollen, er beobachtet genau, wodurch sich besondere Einblicke in die individuellen Lebenswelten ergeben.

Lesung selbstverfasster Texte zu diesem und anderen Themen von Dietrich Wagner